Club der guten Hoffnung

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Bianca Rech

Binaca Rech
 

Bianca Rech, Fußballerin beim FC Bayern München, engagiert sich für den Club der guten Hoffnung. Im Interview mit Christian Selbherr von der Zeitschrift missio magazin erklärt sie, wie man Kindern und Jugendlichen mit Fußball helfen kann. Und sie sagt, warum man den Ball auch einfach mal abspielen muss.

Bianca, warum hast du dich entschieden, dich für Hilfsprojekte zu engagieren?

Für mich war eine Reise nach Indien das Aha-Erlebnis. Danach war mir klar, dass ich ein Projekt unterstützen möchte, welches sich für das Thema Gewalt und Armut einsetzt.

Was hast du denn in Indien erlebt und wann war das?

Das war eine Auslandsreise mit der Fußballmannschaft der Bundeswehr, die an den „World Games 2007“ teilgenommen hat. Ich bin da relativ kurzfristig mitgeflogen und wusste gar nicht, was mich erwartet. Wenn man dann auf einmal die Zustände vor Ort sieht ... wie die Kinder sich im Regenwasser auf der Straße waschen. Oder wenn man im Auto an der Ampel hält, und Kinder kommen ans Fenster und betteln. Da kann man einfach gar nicht wegsehen. Ich habe mich täglich gefragt: Wie kann man so leben?

Hast du aus Südafrika ähnliche Dinge gehört?

Jeder, der in Südafrika war, erzählt, wie hoch die Kriminalität vor Ort ist. Für viele Jugendliche gibt es keine wirklichen Perspektiven. Auch die Vergewaltigungsraten sollen sehr hoch sein. Es wird geschätzt, dass alle 24 Sekunden eine Frau vergewaltigt wird. Jeder vierte Mann gibt zu, Gewalt gegen eine Frau angewendet zu haben. Armut und Gewalt gehören zum Alltag.

Was denkst du, was man dagegen tun kann?

Ich finde die Projekte des Clubs der guten Hoffnung deshalb interessant, weil man nicht einfach Geld hinschiebt und sagt, jetzt schaut mal, was ihr damit macht. Man geht ganz bewusst dorthin und versucht den Menschen vor Ort zu helfen und ihnen ein anderes Bewusstsein zu vermitteln. Viele Kinder und Jugendliche wachsen mit Gewalt auf und man versucht, ihnen mit auf den Weg zu geben, dass Gewalt etwas Schlechtes ist.

Einige Projektpartner nutzen auch den Sport dazu. Aber wenn Kinder in den Townships so sehr ums Überleben kämpfen müssen, haben sie doch vielleicht gar keine Zeit zum Fußballspielen, oder?

Doch, ich glaube schon, dass der Sport eine große Rolle spielen kann, weil gerade auch der Fußball die Menschen verbindet. Es wird nicht nur Fußball gespielt, sondern man lernt in einem Team zu agieren. Ob du schwarz, ob du weiß bist: In einem Team muss man zwangsläufig funktionieren, egal, welche Hautfarbe man hat. Das jemandem zu vermitteln ist schon ein großer Schritt. Natürlich macht der Sport auch Spaß und man vergisst dadurch vielleicht für ein paar Stunden den täglichen Überlebenskampf.

Was hat dir selber der Sport gebracht, was hast du im Fußball gelernt?

Den Umgang mit Menschen und den Umgang mit Drucksituationen. Andere Meinungen zu akzeptieren, auch mal zurückzustecken und nicht mit aller Gewalt meine Meinung durchdrücken zu wollen. Ganz wichtig ist auch das Miteinander, jeder Mensch ist anders und von jedem kann man lernen. Des Weiteren solltest du jedem den nötigen Respekt entgegenbringen.

Trotzdem muss doch gerade ein Spitzensportler oft auch sehr egoistisch sein. Die Konkurrenz ist groß, die Plätze in der Mannschaft sind begrenzt.

Auf eine gewisse Weise schon, aber der eigene Egoismus muss auch hinten angestellt werden können. Sonst eckt man sehr schnell an. Das ist beim Fußball so: Wenn du im Spiel jedes Mal dein „eigenes Ding“ machst und den Ball nicht abgibst, wirst du im Team Probleme haben, akzeptiert zu werden.

Interview: Christian Selbherr, missio magazin


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